Wasserzeichen

09.06.21: Leibniz wird "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Schule ohne Rassismus 6/21Bericht: Frau und Herr Graziano, Fotos: Herr Scheidel

„Nur der Startschuss für die eigentliche Arbeit"

Seit dem 9. Juni 2021 gehört unser Leibniz-Gymnasium dem Netzwerk der rund 3500 „Courage-Schulen" in Deutschland an, denn endlich konnte auch die Plakettenübergabe in einem feierlichen Rahmen stattfinden. Es war bereits der dritte Anlauf, denn Corona machte zuvor eine sichere Feier – die ursprünglich bereits am 2. April 2020 stattfinden sollte – unmöglich.

Hier finden Sie das Video der Veranstaltung.

Schule ohne Rassismus 6/21Der Festakt wurde durch Ariane Shirkhani (MSS 12) und ihre Darbietung von Pinks emotionaler Ballade „What about us" eröffnet. Im Anschluss daran begrüßte unser Schulleiter Herr Mohr die Anwesenden und leitete die Redebeiträge mit einigen sehr wichtigen Gedanken ein. Herr Mohr betonte, wie wichtig es sei, dass die Idee zur Bewerbung und Initiative im Courage-Netzwerk aus der Mitte der Schulgemeinschaft kam. Das Ziel, möglichst viele Unterschriften aller Mitglieder der Schulgemeinschaft zu gewinnen, wurde stets durch die Schülerinnen und Schüler vorangetrieben. „Ich spreche nicht von einer Preisverleihung [...] es ist eine Verleihung eines Titels, der eine Selbstverpflichtung mitbringt: Schule muss sich dafür einsetzen, Diskriminierung in allen Bereichen und Formen zu verringern. Ein langer Weg und eine Daueraufgabe." Weiterhin wünscht sich Herr Mohr eine Schulgemeinschaft „mit Courage" und nennt neben einigen anderen Beispielen diese Geschehnisse aus dem Schulalltag: Das Eingreifen beim Beobachten von Mobbing auf dem Schulweg, das Achten auf Mitschülerinnen, die sich zunehmend zurückziehen oder an Gewicht verlieren, sowie auch die Fähigkeit sich für andere zu freuen, wenn sie eine bessere Note erzielen. Er hält fest: „Wir können nur dann unsere Freiheit bewahren, wenn wir Formen von Diskriminierung erkennen und diese mit Courage bekämpfen."

Diese Gedanken griffen auch die Vertreter der Anti-Rassismus-AG, Nermin Kanaan und Simon Keim (beide MSS 11), in ihrer Rede auf. Sie verglichen Diskriminierung mit einer Krankheit wie Corona und bedauerten „es wäre so schön, wenn man auch hier mit einer Maske oder einem Schnelltest entgegenwirken könnte." Sie betonten außerdem, dass die Plakette erst der Startschuss für die eigentliche Arbeit sei und dass in Zukunft Aufklärungsarbeit sowie Aktionen zur Stärkung der Schulgemeinschaft im Fokus der AG-Arbeit stünden. Eine Idee wie das aussehen könnte, präsentierten sie in Form des Videobeitrages zur Veranstaltung, der hier nochmals angeschaut werden kann.

Im Zentrum der Veranstaltung stand der Redebeitrag unseres Schulpaten, Herrn Klaus Scherer, der dazu sogar den langen Weg aus Hamburg angereist war. Er veranschaulichte den Zuschauern seine „12 Gedanken" zur Thematik. In einem davon stellt er fest: „es sollte doch selbstverständlich sein, dass unsere Schulen ohne Rassismus auskommen, den braucht ja kein Mensch [...]", um in einem anderen Gedanken die Frage aufzuwerfen, „Aber wie sonst soll man nun beherzigen, dass man den Anfängen wehren soll? Wenn man es erst dann mit hinreichender Sicherheit weiß, wenn es zu spät ist?"

Schule ohne Rassismus 6/21In gekonnter Weise spannte Klaus Scherer den Bogen von gesellschaftspolitischen Themen über Zeitgeschichte, Schule und internationaler Politik, bis hin zu unser aller Alltag. Er hob hervor wie komplex die Rassismusdebatte ist und inwiefern couragiertes Verhalten Lösungsansätze darstellen kann. Zum Beispiel, dass wir
hin und wieder eben ein paar couragierte Worte sagen müssen. Sei es bei der Bäckerin oder beim Metzger, in der Skatrunde oder beim Zumba. Oder eben in der Schule. [...] Wir brauchen die unverrückbaren moralischen Leitplanken, wie sie in den Menschenrechten festgeschrieben sind. Und wir brauchen die Bereitschaft aller, sich im Raum dazwischen, also quasi in der moralischen Nahkampfzone, Zweifel zu erlauben."

Die Anti-Rassismus-AG wird sich noch ausführlich mit der Rede beschäftigen, um wichtige Erkenntnisse daraus auch für die gesamte Schülerschaft in einzelnen Schritten aufzubereiten. Die vollständige Rede ist für alle Interessierten hier nachzulesen.

Im Anschluss an Herrn Scherers Rede betrat Dr. David Emling, Regionalkoordinator von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, das Rednerpult und überreichte dem Leibniz-Gymnasium die Urkunde und die Plakette als 166. Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage in Rheinland-Pfalz. Ein Moment, auf den wir lange gewartet haben und über den wir uns sehr freuen!

Durch eine weitere musikalische Darbietung wurde der Festakt feierlich abgeschlossen. Janica Lehmann (10c), am Klavier begleitet durch Dr. Wilfried Lingenberg, sang Birdys „People help the People" als ein Appell an uns alle. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung hat viele Zuschauer emotional berührt, da Livemusik im letzten Jahr so schmerzlich vermisst wurde.

Im Namen der gesamten Schulgemeinschaft möchten wir uns bei allen Beteiligten herzlich für die Unterstützung bedanken. Besonderer Dank gilt unserem Schulpaten Klaus Scherer für die inspirierenden Worte. Seine journalistische Arbeit steht beispielhaft für das, was die AG innerhalb der Schulgemeinschaft u. a. leisten möchte. Außerdem bedanken wir uns herzlich beim Evangelischen Dekanat Pirmasens Mitte, welches uns die Johanneskirche zur Verfügung stellte, sodass Vertreterinnen und Vertreter der gesamten Schulgemeinschaft sowie unsere Ehrengäste mit ausreichendem Abstand Platz fanden. Zudem bedanken wir uns beim Förderverein, vertreten durch Herrn Herbort, und dem Elternbeirat, vertreten durch Frau Dr. Luttenberger, für ihre Unterstützung, Dr. Emling und Frau Tinschert von der Regionalkoordination für die Betreuung, sowie allen beteiligten Helfern im Hintergrund der Veranstaltung.

Der Zuspruch von allen Seiten ehrt uns sehr und spornt uns an, in Zukunft mit vollem Engagement und mit Zuversicht an die Arbeit zu gehen.

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